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Kalte Dusche

Der TSV Ottersberg schaltet den FC Verden 04 in der zweiten Runde des Bezirkspokals aus. Und das überraschend klar: Mit einem 4:1-Sieg sind die Wümmekicker ins Achtelfinale eingezogen.

Ottersberg. „Da habe ich mir noch keine Gedanken drum gemacht. Ich weiß gar nicht, wie es jetzt weitergeht.“ Dies war die Antwort von Jan Fitschen, Coach des TSV Ottersberg, auf die Frage, welchen Gegner er sich im Achtelfinale um den Fußball-Bezirkspokal Lüneburg wünschen würde. Die Antwort auf die Frage, wie es jetzt weitergeht: Das Achtelfinale findet am Sonntag, 5. August, statt. Auf wen die Wümmekicker treffen, wird am Montag ausgelost. Dass die Ottersberger dann im Topf auftauchen, haben sie sich selbst durch einen überraschend deutlichen Sieg in der zweiten Runde gegen den FC Verden 04 erarbeitet – 4:1 (3:0).

Immer wieder werden die ersten Runden im Bezirkspokal als Vorbereitungsspiele deklariert, finden sie doch in ebendieser Phase statt. Und was steht in der Vorbereitungszeit bei Fußballmannschaften an? Richtig, Konditionstraining. Und eben das haben die Ottersberger auch umgesetzt, sie haben gegen Verden Konditionstraining betrieben. Insbesondere in der ersten Hälfte übten die Gastgeber einen gehörigen Druck durch Pressing auf die Verdener Defensivreihe aus. Zur Freude ihres Coaches: „Klar, ich wollte auch gewinnen, das will ich immer. Aber noch wichtiger ist mir in dieser Phase die Art und Weise, wie wir auftreten. Und läuferisch war das heute à la bonne heure.“

Fitschens Pendant auf Verdener Seite, Sascha Lindhorst, weilt im Urlaub und trat die Verantwortung an seinen neuen Co., Thomas Tödter, ab. Lindhorst sprach im Vorfeld davon, dass die nun unterschiedliche Ligazugehörigkeit – Verden Landesligist, Ottersberg Bezirksligist – sicherlich keinen Schluss auf den Favoritenstatus zulassen würde. Er hatte mit einem Spiel auf Augenhöhe gerechnet, wie es die Verdener bereits in der Qualifikationsrunde gegen den TSV Etelsen erlebt hatten (Sieg erst im Elfmeterschießen).

Doch Lindhorst sollte nicht recht behalten, denn zu Beginn agierten beide Mannschaften alles andere als auf Augenhöhe. Von auf der Höhe sein konnte bei der Verdener Defensive nicht die Rede sein. Die Abwehrreihe schlief scheinbar in der Anfangsphase, da verpufften auch die als lautstarker Weckruf gemeinten Worte von Kapitän Mirco Temp wirkungslos – seine Hintermänner schliefen weiter.

So kam es, dass Thomas Tödter bereits in Minute 24 Sören Radeke für Andre Zerbst einwechselte, obwohl sich Radeke im Vorfeld nicht wirklich wohlgefühlt hatte. Diese Maßnahme wirkte, fortan standen die Gäste aus der Domstadt sicherer. Ob dies nun dem Wechsel oder der Tatsache, dass der TSV dem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste, zuzuschreiben war, sei dahingestellt. Problem aus Verdener Sicht war: Zum Zeitpunkt der Radeke-Einwechslung stand es bereits 2:0 für die Gastgeber. Das erste Tor ging auf das Konto des agilen Jan-Hendrik Stubbmann. Er köpfte den Ball aus kurzer Distanz ins Netz, nachdem Egzon Prcani ihm den Ball per Kopfballablage serviert hatte (6.). Das 2:0 fiel ebenfalls durch einen Kopfball. Schütze war Jan Schröder nach Flanke von Deniz Ügdur (20.). „Dem zweiten Gegentor ging ein Foul voraus. Aber egal, wir haben immer noch genug Zeit zu klären“, schilderte Tödter die Szene. Und auf die Frage, was mit seiner Abwehr in Hälfte eins los war, antwortete der Co-Trainer: „Ich weiß es nicht, dabei hatte sie gegen Stuhr (4:0-Sieg am Donnerstag, Anm. d. Red.) noch so gut funktioniert.“

Ein weiteres Mal nicht funktionierte sie in Minute 36. Jedoch war das Tor von Alexander Garuba aus 30 Metern zum 3:0 auch ein Pfund. Dementsprechend schallte es aus den Lautsprechern in Ottersberg: „Wat’n Schuss.“ In Halbzeit zwei trafen dann auch mal die Verdener. Maximilian Schulwitz profitierte von einem Ottersberger Luftloch und vollendete sicher zum 1:3 aus FCV-Sicht (57.). „Danach dachte ich, vielleicht geht noch was“, sagte Tödter. Doch dem war nicht so. Der TSV verpasste es hingegen, dem Gegner noch früher den absoluten Todesstoß zu versetzen. Der war dann Stubbmann in Minute 87 überlassen, nachdem er zuvor selbstlos Bastian Falldorf bedient hatte, dieser aber am Pfosten gescheitert war.

Schlussendlich sprach Thomas Tödter von einem eventuellen Weckruf zur richtigen Zeit. Derweil wünschte sich Jan Fitschen nach Aufklärung des nun anstehenden Ablaufplans einen Gegner, der nicht bereits auch in der Liga wartet.

Quelle: Weser-Kurier, 30.07.2018

Pokal: Doppelpack bei Ottersbergs 4:1 / „Taktisch gut“ / „Etwas lockere Einstellung“

Stubbmann stupst Verden weg

Ottersberg – Von Ulf von der Eltz. So richtig wütend schien keiner beim FC Verden 04 zu sein – und das trotz einer blamablen Leistung. Dem 1:4 (0:3) am Sonntagnachmittag im Bezirkspokal beim TSV Ottersberg versuchte Co-Trainer Thomas Tödter, gar noch etwas Positives abzuringen: „Vielleicht ist es gut, dass wir jetzt einen auf den Pinsel gekriegt haben. Nach so einem Knaller sollten wir merken, dass wir noch mehr arbeiten müssen.“

Auch bei den Grün-Weißen, mit diesem Triumph im Achtelfinale, blieb die Reaktion betont sachlich. Coach Jan Fitschen: „Es war taktisch gut von der Mannschaft. Sie hat den Moment zum Pressen richtig abgewartet und dem FC wenig Raum gelassen. Sie gab läuferisch alles und ist in dieser Hinsicht auf dem besten Weg.“ Mit einer vor allem aggressiven Spielweise zog der Landesliga-Absteiger dem Landesliga-Aufsteiger ganz früh den Zahn und ließ nie einen Zweifel am Erfolg.

Dass der Favorit überaus verdient die Segel streichen musste, gestand denn auch Innenverteidiger Philipp Breves ein – und nicht nur das: „Wir sind schon mit einer etwas lockeren Einstellung ins Match gegangen. Nach dem 0:2, dem aus meiner Sicht allerdings ein Foul vorangegangen ist, war es bei den hohen Temperaturen schwierig für uns. Die Ottersberger konnten abwarten und haben uns prima angelaufen. Sie waren das bessere Team.“

Vor allem Jan Stubbmann setzte in der Offensive riesige Akzente und darf als Matschwinner bezeichnet werden. Zunächst verwertete er eine Kopfball-Vorlage von Egzon Prcani gegen die schläfrige FC-Abwehr per Kopf zum 1:0 (7.), daneben scheiterte er in der ersten halben Stunde gleich dreimal bei dicken Chancen (1./18./22.). Vor dem 2:0 durch Jan Schröders Kopfball (19.) ließen sich die Gäste ein weiteres Mal auf ihrer linken Seite düpieren und Deniz Ügdur frei flanken.

Tödter reagierte, nahm Andre Zerbst vom Feld, beorderte Steen Burford nach Außen und brachte Sören Radeke ins Abwehrzentrum (24.). Eine wesentliche Steigerung trat nicht ein, die Blau-Weißen wirkten weiter pomadig und verloren im Mittelfeld fast alle Bälle. Und beim 3:0 (38.) aus 30 Metern durch ein Pfund von Alexander Garuba ließ sich auch Keeper Andre Mielmann überraschen. Erst in der Nachspielzeit wurde Verden durch Patrick Zimmermanns Kopfball und Kato Tavans Lupfer gefährlich.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit eröffnete der eingewechselte Nick Zander mit seinem Schrägschuss (50.) die einzige gute Phase der Tödter-Elf. Maximilian Schulwitz ließ nach Burfords Querpass das 3:1 folgen (57.) – um der Partie eine Wende zu geben, fehlte dem Gast aber die Inspiration. So war Ottersberg dem vierten Treffer näher, aber Bastian Falldorf (73.) und Jona Oesterling (83.) scheiterten. Endgültig weggestubst wurde Verden durch das zweite Tor von Stubbmann, der 25-Jährige staubte nach Konter und Bastian Falldorfs Pfostentreffer zum 4:1 ab (84.).

Quelle: Verdener-Aller-Zeitung, 30.07.2018

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